Afghanistan fällt an die Taliban: 20 Jahre und 2 Billionen Dollar – Was wäre wenn…?

Was haben wir in Afghanistan angerichtet? Haben wir? Aktuell hören wir aus vielen Quellen vom „großen Versagen“ und das jetzt Hilfsgelder nach Afghanistan fließen müssen, die Frage ist, unter welchen Bedingungen. Kritik von allen Seiten, doch was wäre, wenn nach 9/11 keine Intervention durch die UN (Federführend USA) stattgefunden hätte? Wenn Afghanistan im Chaos versinkt, sind die Taliban verantwortlich, nicht wir. Dieser Aspekt ist zentral. Ein Rückblick auf die Vergangenheit und die Gegenwart.

20 Jahre, 2 Billionen und kein Interesse

Was wäre wenn…? Eine beliebte Frage. Vergleichen wir doch einfach die Zeit vor und nach der Intervention durch die Nato.

Afghanistan im letzten Jahrzehnt: Wirtschaft, Frauenrechte, Bildung

20 Jahre konnten sich junge Mädchen Bildung verschaffen, in Schulen und junge Frauen konnten frei an Universitäten studieren. Die Zivilgesellschaft hatten Freiheiten wie nie. Über 2 Billionen wurden in diesem Land versenkt, allein im militärischen Sektor. Das sind in Zahlen 2.000.000.000.000. Total wurden 6 Billionen investiert.

Sie hatten alle Chancen.

Ein kleiner Auszug und Rückblick auf 2019:

Machtübernahme: 20 Jahre nach 9/11

Fast 300.000 Soldaten, über 2.000 Milliarden Investitionen und dennoch, in wenigen Tagen, ohne einen Schusswechsel, fiel das Land zurück in die Hände früheren Machthaber, den Taliban.

Afghanistan vor 20 Jahren unter Taliban und Scharia

Ohne diesen Schritt, wäre alles so geblieben, wie es war. Scharia, voll verhüllte Frauen und öffentliches auspeitschen, Steinigungen.

Etwas ausführlicher bei BBC:

Zusammenarbeit mit Taliban?

Kritiker beschweren sich darüber, dass man jetzt helfen müssen und mit den Taliban zusammenarbeiten. Doch, wollen wir ein System (Scharia bis Steinigung [kommt sicher wieder]) auch noch durch Hilfe stärken und stützen?

Nicht nur meckern! Lösungen.

Eine Gesellschaft muss sich selbst reformieren

So sehr es schmerzt, ein Großteil der Gesellschaft trägt die Ideologie, der strengen Auslegung des Islam, in sich. Wenn sie so leben wollen, müssen wir sie lassen. Es sind nicht nur ein paar Taliban, ein Land will den Islam strenger ausleben (und dessen Folgen). PS: Afghanistan ist mehr als Kabul.

Linke sagen „wir sollte nicht Weltpolizei spielen“, Rechte sagen „wir sollten keinen Cent Geld geben“. Jetzt lesen und hören wir nur noch das wir helfen müssen, dass wir etwas von Taliban brauchen. Brauchen wir nicht. Sie brauchen uns. Wir müssen unser Mindest ändern und mit Stärke Auftreten, statt mit „Verlierer“-Mentalität. Denn das, entspricht nicht den Tatsachen.

Mit diesem Verständnis kommen wir aus der Bittstellung und können klare Forderungen setzen:

  • Gleiche Bildung für Mädchen und Jungen
  • Gleiche Berufe für Frauen und Männer
  • Freie Meinungsäußerung

Wenn sie sich für Scharia entscheiden und gegen gleiche Rechte, müssen sie mit den Konsequenzen leben. Wir sollten sie nicht bekehren, der Wunsch muss aus der eigenen Gesellschaft kommen.

Das Land, die Menschen

Bilder sagen mehr als 1.000 Worte.

Typische Bauweise in den Bergen:

Marktplatz in Kabul:

Afghanistan in Zahlen: Land und Einwohner

Afghanistan: Gesamtbevölkerung von 2002 bis 2019 und Prognosen bis 2026 (in Millionen Einwohner).

Statistik: Afghanistan: Gesamtbevölkerung von 2002 bis 2019 und Prognosen bis 2026 (in Millionen Einwohner) | Statista

Interessant ist auch ein Blick auf das Land, im wahrsten Sinne des Wortes, des es gibt nur eine Metropole in Afghanistan, Kabul, mit 4.4 Millionen Einwohnern. Danach folgt Herat, mit nur 574.000 Einwohnern. Vieles aus Kabul, spricht also nicht für das ganze Land, also die meist ländliche Bevölkerung mit anderer Infrastruktur, um Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft. Hier sehen sie die zehn größten Städte im Jahr 2020 (nach Einwohnerzahl).

  1. Kabul
  2. Herat
  3. Kandahar
  4. Masar-e Scharif
  5. Dschalabad

Statistik: Afghanistan: Die zehn größten Städte im Jahr 2020 (nach Einwohnerzahl) | Statista

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