Bildung & Schulabbrecher in Berlin: Sawsan Chebli (SPD) im Chez Krömer Interview – „So“, „Scheiße“, „Tschüss“

Wie realistisch das Nachwuchs-Problem ist, zeigen TV-Auftritte wie der aktuelle von Sawsan Chebli. Mein Interview der Woche: Kurt Krömer und Sawsan Chebli. Sie repräsentiert das Bild der SPD sehr gut. Zusammengefasst wird viel Ist-Zustand beschrieben, statt Ideen zu liefern. Wenn es um Ideen geht, dann eigentlich immer im Kontext „Geld für alle“ und „vermögende besteuern“ Die SPD liegt nach heutigen Umfragen bei 15,79% Prozent (unsere Prognose aus den aktuellen Werten [Daten unten]). Verdient. 1 Jahr bis zur Bundestagwahl, ich bin zurück, genauso wie 2021! Mein Name ist Stephan Czaja. Außerdem nach dem Kommentar zum Interview, die aktuelle Wahrprognose (Sonntagsumfrage) zum 17.10.2020.

SPD hat ein Nachwuchs-Problem: Hauptsache Bundestag

Der Wunsch der meisten Politiker: Hauptsache Bundestag, sorgenfrei.

Schon gewusst? Statt jetzt mit einem Gesetz den Bundestag zu verkleinern, wächst er womöglich von 709 auf bis zu 750 Abgeordnete, doch dazu demnächst mehr hier

Während die eigene Karriere im Fokus steht, erinnern sich Politiker ungern. Im heutigen Interview wurde Sawsan Chebli (SPD) kalt erwischt, die gerade in den Bundestag will.

In Punkto Bildung ist und bleibt Berlin Schlusslicht. Das zeigt auch der aktuelle Bildungsmonitor von 2020, wie später noch in den „Zahlen und Fakten über Berlin“ zu sehen.

Bildungspolitik in Berlin für hunderttausende Schüler

Im heutigen Kommentar geht es um die Bildung in Berlin: Schüler, Grundschulen, usw. Dabei geht es nicht um Theorie, sondern um unsere Zukunft, die Kinder. Über 40.000 Schüler in Pankow, 35.000+ Schüler in Steglitz-Zehlendorf, in Mitte sind es mehr als 32.000 und über 31.000 in Charlottenburg-Wilmersdorf.

Schon 2017 lag Berlin mit der Zahl der Schüler, die ohne einen Schulabschluss abgehen, im Ländervergleich an erster Stelle.

Mit einer Quote von 11,7 Prozent hat die meisten Schulabbrecher in ganz Deutschland – Quelle: Caritas

Quelle: Studie der Caritas

Dann geht es um die Frage: Wer löst das Berliner Bildungsproblem UND warum lernen die Berliner nichts aus ihrem Wahlverhalten?

24 Jahre Bildungspolitik der SPD

Kandidatur für den Bundestag: Warum Inhalte?

Nach dem die Partei Chef*in um Chef*in verbrannt hat, sieht es auch an der Basis nicht rosig aus. Oder, kennst du einen jungen SPD-Politiker unter 40 Jahren, außer Kevin Kühnert? Heute habe ich das Interview mit Sawsan Chebli gesehen und musste es mit euch teilen.

Tatsächlich habe ich das Interview 2x ausgeschaltet, heute hab ich es mir doch fertig angeschaut. Zugegeben, Kurt Krömer ist kein einfacher Gastgeber, doch solche Auftritte sorgen definitiv nicht dafür, dass sich das Bild der SPD in der Bevölkerung verbessert.  Das Highlight neben viel „so“, „so“ und „so“, die Bildungspolitik in Berlin. Bäm!

Im Prinzip ist die Schlagzeile vom Tag „Staatssekretärin vs. regierender Bürgermeister“. Sawsan Chebli will in den Bundestag und hat sich jetzt für die Kandidatur beworben. Ebenso wie der regierende Bürgermeister Müller. Die SPD-Mitglieder in Charlottenburg-Wilmersdorf entscheiden. Darunter viele Eltern der 31.633 Kinder, die hin im Bezirk zur Schule gehen.

Bildungspolitik in Berlin: Was sagt sie?

Steht die SPD wenigsten noch für Bildung? Sawsan Chebli, 12. von insgesamt 13 Kindern, zu Gast bei Kurt Krömer. Ich hatte das Video schon 3x beendet, sie hat einfach keine Inhalte. Null. Interessant finde ich auch, dass sie extrem gegen die Grünen geht – müssten SPD und Grüne nicht ähnliche Inhalte vertreten, als links-orientierten Parteien?

Hier die beste Szene. 12,5% der Berliner Schüler gehen ohne Abschlusszeugnis. Dann die entscheidende Frage:

Wie lang stellt die SPD den Bildungsminister in Berlin?

Die SPD stellt den Bildungsminister in Berlin seit 24 Jahren.

 

Lernen die Berliner nichts? Immer wieder SPD

Eine Legislaturperiode dauert 4 Jahre. Schauen wir einmal zurück, wem trauten die Berliner im Jahr 2016 Bildungskompetenz zu? Mit 40% lag die SPD ganz vorn, das nach bereits 20 desaströsen Jahren, wie du gleich noch in den „Zahlen und Fakten zu Berlin“ sehen wirst.

Die Frage damals: „Welcher Partei in Berlin trauen Sie die Aufarbeitung des Themas Bildung am ehesten zu?“

Statistik: Welcher Partei in Berlin trauen Sie die Aufarbeitung des Themas Bildung am ehesten zu? | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

„Bedingungsloses Grundeinkommen“ nein! Oder… ja?

In Minute 24:30 vertritt sie auch noch einmal das „Bedingungsloses Grundeinkommen“, auch wenn sie prinzipiell nicht unmittelbar dafür ist. Ein kleiner Hinweis, unter Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sind die Staatsschulden wieder über 2 Billionen gesprungen, genauer 2.371 Billionen.

2.371.442.804.344 €
(2371 Milliarden, Stand 17.10.20)

Bildung heißt nicht Museum, Oper und Theater. Für so vieles ist Geld da. Was wir brauchen sind Inhalte, keine Anfangs erwähnten „Geld für alle“.

Exklusive Eigentumswohnungen, teure Attraktionen für Touristen – Berlin Mitte:

Sie hat keine Inhalte. Ich denke ihr letzte Statement fast alles zusammen. Noch einmal, das letzte Statement:

Kurt Krömer: „Sie wollen kandidieren für den Bezirk Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf. Sie haben jetzt 10 Sekunden Zeit?“

Sawsan Chebli: „Sind hier Wähler aus Bezirk Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf? Nein? Scheiße.“

Ach ja und, sie läuft noch gegen die Wand.

Interview: Chez Krömer (Zu Gst: Swasan Chebli) – Video

Zahlen und Fakten: Berlin und Bildung?

Hier noch ein paar Zahlen und Fakten zum Berliner Bildungsumfeld für Kinder, die mehr sagen, als 1.000 Worte. Insbesondere der aktuelle Bildungsmonitor von 2020.

Schüler und Schulen in Berlin: Ranking

Wo gibt es die meisten Schüler?

  1. Pankow – 40.961
  2. Steglitz-Zehlendorf – 35.349
  3. Mitte – 32.797
  4. Charlottenburg-Wilmersdorf – 31.633
  5. Tempelhof-Schöneberg – 30.667
  6. Reinickendorf – 30.395
  7. Neukölln – 29.392
  8. Lichtenberg – 28.775
  9. Marzahn-Hellersdorf – 26.722
  10. Friedrichshain-Kreuzberg – 25.613

Quelle: Statistisches Bundesamt (Anzahl der Schüler an allgemeinbildenden Schulen* in Berlin nach Bezirken im Schuljahr 2019/2020)

Durchschnittsalter – Wer lebt in Berlin?

Berlin wird jünger. Hier siehst du das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Berlin in den Jahren 2011 bis 2018. Zur letzten Erhebung 2018 waren es:

  • Gesamt: 43.8 Jahre ( -0.3 Jahre)
  • Frauen: 41.3 Jahre ( -0.2 Jahre)
  • Männer: 42.6 Jahre (-0.3 Jahre)

Statistik: Durchschnittsalter der Bevölkerung in Berlin in den Jahren 2011 bis 2018 | Statista
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Gesamtbewertung der Bundesländer beim Bildungsmonitor 2020

Was glaubst du, wo liegt Berlin in der Gesamtbewertung? Platz 13, nur Brandenburg, Bremen und Sachsen-Anhalt bekommen eine schlechtere Bewertung. Hier siehst du die Gesamtbewertung der Bundesländer beim Bildungsmonitor 2020 (in Punkten).

Statistik: Gesamtbewertung der Bundesländer beim Bildungsmonitor 2020 (in Punkten) | Statista

Auch in der Bewertung der Schulqualität ist Berlin Schlusslicht, kurz vor Bremen. Eindeutig, ebenso wie die beim Gesamtbewertung der Bundesländer beim Bildungsmonitor 2020. Hier im Detail, die Bewertung der Schulqualität in den Bundesländern nach dem Bildungsmonitor 2020 (in Punkten).

Statistik: Bewertung der Schulqualität in den Bundesländern nach dem Bildungsmonitor 2020 (in Punkten) | Statista
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Was, wenn heute Bundestagwahl wäre? Vgl. 2019

Wir werfen heute einen besonderen Blick, bzw. Rückblick auf Anfang 2019.

Wie haben sich die Stimmen in den letzten 18 Monaten verändert?

Hochrechnung und Prognose

Umfrageergebnisse: wahlrecht.de

Aktuell bekommt die CDU 35,7% und damit sinkt die Partei seit Anfang 2019 um 5,2% in der Gunst der Wähler. Dagegen erreicht die SPD 15,8%, ein leichtes Plus von 1,1% bei den Wählern, von zuvor 14,70%. Gleichzeitig schafft die Grünen 19,7%, somit 8.735.385Wählerstimmen, nach wie vor deutlich stärker als die Sozialdemokraten. Auf lange Sicht steigen die Grünen also um 6,5%, beim Blick auf die langfristigen Ergebnisse der Institute. Gleichzeitig erreicht die FDP 5,7%, das sind -3,3%. Die Linke hat 7,3%, ein Minus von -1,6%. Die AfD hat 9,9%, ein starkes Minus von -3,2%, von zuvor 13,10%, somit -576.029 Wählerstimmen. Die sonstigen Parteien erreichen 6,0%.

Gewinner im Rückblick:

  • Grüne

Verlierer im Rückblick:

  • AFD
  • FDP
CDU SPD Grüne FDP Linke AfD Sonstige
35,71% 15,79% 19,71% 5,71% 7,29% 9,86% 6,0%

CDU/FDP, SPD/Grüne, SPD/FDP/Grüne, SPD/Linke, CDU/AfD, könnten Koalition bilden!

Zurzeit keine Chance auf eine Koalition haben CDU/FDP, SPD/Grüne, SPD/FDP/Grüne, SPD/Linke, CDU/AfD, während eine Koalition aus CDU/SPD, CDU/FDP/Grüne, nach aktuellem Stand, Chancen auf den Sieg hat.

Koalitionen
CDU/FDP nicht möglich
CDU/SPD möglich
SPD/Gruene nicht möglich
SPD/FDP/Grune nicht möglich
CDU/FDP/Gruene möglich
SPD/Linke nicht möglich
CDU/AfD nicht möglich

Die aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl

(Stand: 17.10.2020 06:02:01)

Partei / Institut Aktuell Wäher in % Veränderung / Woche Veränderung / Langzeit Wähler in Personen
CDU
Allensbach 11.10.2020 34,0% 5,0% 3,5% 15.065.375
Emnid 17.10.2020 36,0% 4,0% 4,4% 15.951.573
Forsa 09.10.2020 37,0% 6,0% 5,3% 16.394.672
Forschungsgruppe Wahlen 13.10.2020 36,0% 5,0% 4,8% 15.951.573
GMS 15.10.2020 35,0% 7,0% 4,4% 15.508.474
Infratext dimap 13.10.2020 35,0% 4,0% 5,0% 15.508.474
INSA 24.09.2017 32,9% 0,0% -0,9% 14.577.965
2017 35,7% 5,2% 4,5% 15.824.973
Σ 35,7% 5,2% 35,7% 15.824.973
SPD
Allensbach 22.09.2020 17,0% 1,0% -1,0% 7.532.687
Emnid 11.10.2020 17,0% 3,0% -0,9% 7.532.687
Forsa 17.10.2020 15,0% 1,0% -3,5% 6.646.489
Forschungsgruppe Wahlen 09.10.2020 16,0% 2,0% -1,4% 7.089.588
GMS 13.10.2020 16,0% 1,0% -1,8% 7.089.588
Infratext dimap 15.10.2020 15,0% 1,5% -2,8% 6.646.489
INSA 13.10.2020 14,5% -6,0% -6,5% 6.424.939
2017 24.09.2017 20,5% 5,8% 2,3% 9.083.535
Σ 15,8% 1,1% 15,8% 6.994.638
Grüne
Allensbach 22.09.2020 19,5% 0,5% 6,3% 8.640.435
Emnid 11.10.2020 20,0% 0,0% 5,8% 8.861.985
Forsa 17.10.2020 20,0% 0,0% 5,4% 8.861.985
Forschungsgruppe Wahlen 09.10.2020 20,0% 1,0% 7,6% 8.861.985
GMS 13.10.2020 20,0% 0,0% 6,0% 8.861.985
Infratext dimap 15.10.2020 20,0% 0,5% 7,3% 8.861.985
INSA 13.10.2020 18,5% 9,6% 9,7% 8.197.336
2017 24.09.2017 8,9% -10,5% -4,4% 3.943.583
Σ 19,7% 0,3% 19,7% 8.735.385
FDP
Allensbach 22.09.2020 6,0% -3,0% -3,0% 2.658.596
Emnid 11.10.2020 5,0% -4,0% -3,7% 2.215.496
Forsa 17.10.2020 6,0% -2,0% -1,8% 2.658.596
Forschungsgruppe Wahlen 09.10.2020 5,0% -5,0% -4,4% 2.215.496
GMS 13.10.2020 5,0% -4,0% -3,6% 2.215.496
Infratext dimap 15.10.2020 6,0% -3,5% -3,2% 2.658.596
INSA 13.10.2020 7,0% -3,7% -3,1% 3.101.695
2017 24.09.2017 10,7% 1,7% 1,9% 4.741.162
Σ 5,7% -3,3% 5,7% 2.531.996
Linke
Allensbach 22.09.2020 7,0% -2,0% -3,2% 3.101.695
Emnid 11.10.2020 8,0% -1,0% -1,4% 3.544.794
Forsa 17.10.2020 7,0% -2,0% -2,4% 3.101.695
Forschungsgruppe Wahlen 09.10.2020 7,0% -2,0% -2,8% 3.101.695
GMS 13.10.2020 7,0% -1,0% -2,5% 3.101.695
Infratext dimap 15.10.2020 7,0% -2,5% -3,6% 3.101.695
INSA 13.10.2020 8,0% -1,2% -1,1% 3.544.794
2017 24.09.2017 9,2% 0,3% -0,5% 4.076.513
Σ 7,3% -1,6% 7,3% 3.228.295
AfD
Allensbach 22.09.2020 9,0% -5,0% -5,3% 3.987.893
Emnid 11.10.2020 9,0% -2,0% -4,4% 3.987.893
Forsa 17.10.2020 9,0% -4,0% -5,1% 3.987.893
Forschungsgruppe Wahlen 09.10.2020 10,0% -3,0% -4,8% 4.430.993
GMS 13.10.2020 10,0% -5,0% -5,2% 4.430.993
Infratext dimap 15.10.2020 11,0% -2,0% -4,9% 4.874.092
INSA 13.10.2020 11,0% -1,6% -0,8% 4.874.092
2017 24.09.2017 12,6% -0,5% -1,8% 5.583.051
Σ 9,9% -3,2% 9,9% 4.519.612
Sonstige
Allensbach 22.09.2020 4,5% 0,5% -0,2% 1.993.947
Emnid 11.10.2020 7,0% 2,0% 2,2% 3.101.695
Forsa 17.10.2020 7,0% 2,0% 3,1% 3.101.695
Forschungsgruppe Wahlen 09.10.2020 5,0% 1,0% 0,0% 2.215.496
GMS 13.10.2020 6,0% 1,0% 1,7% 2.658.596
Infratext dimap 15.10.2020 6,0% 2,0% 2,1% 2.658.596
INSA 13.10.2020 6,0% 1,0% 0,9% 2.658.596
2017 24.09.2017 5,0% 1,1% 0,5% 2.215.496
Σ 6,0% 6,0% 6,0% 2.575.514
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